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Zeckentest – damit Sie schnell Gewissheit haben!

– nicht nur für Menschen interessant, sondern auch für Hundefreunde.

Der „Holzbock“
- Ixodes ricinus -
(Zecke)

Als spezialisiertes Labor für Zeckenübertragene Erkrankungen führen wir im Borreliose Centrum Augsburg (BCA) schnell und sicher eine Untersuchung der Zecke durch (undefinedLaborauftrag).

Wir empfehlen angesichts des hohen Risikos von Co-Infektionen neben Borrelien die Abprüfung gleich mehrerer wichtiger Erreger. Konkret bieten wir in einem Testpaket folgende 4 Untersuchungen (PCR) an:

  1. Borrelien
  2. Rickettsien
  3. Babesien (besonders wichtig bei Hunden)
  4. Ehrlichien

Gesamtpreis: 79,90 € inkl. 19% MwSt. (= 67,14 € netto)

Den klassischen Test nur auf Borrelien erhalten Sie für 39,90 € (inkl. 19% MwSt.) an. Darüber hinaus können Sie die Zecke auch auf FSME untersuchen lassen (49,90 € inkl. 19% MwSt.).

Auch tote Zecken können untersucht werden. Kleben Sie die Zecke (bzw. die Teile, die Sie davon haben) einfach mit Tesa-Klebeband auf ein Blatt Papier und senden Sie uns diese in einem Briefumschlag mit dem vollständig ausgefüllten und von Ihnen unterschriebenen Laborauftrag.

Innerhalb von 3 Tagen nach Eintreffen der Zecke erhalten Sie von uns einen schriftlichen Befund mit dem Ergebnis der Zeckentestung und die Rechnung.

Hinweise:

  • Wir empfehlen  die kombinierte Analyse (4 Untersuchungen) zum Paketpreis von 79,90 €. Nach unserer Erfahrung ist ein reiner Borrelien-Test heutzutage nicht mehr aussagekräftig genug, da das Risiko von Co-Infektionen stark gestiegen ist und damit die vorzunehmende Prophylaxe (medizinische Vorbeugung) bei einem positiven Befund das Wissen um eine mögliche Co-Infektion erfordert.
  • Die Kosten eines Zeckentests werden von den Krankenkassen leider nicht übernommen.
  • Zecken können sehr klein sein und trotzdem bereits infiziert sein. Eine Zecke entwickelt sich aus dem Ei zunächst in eine Larve, dann in eine Nymphe (jugendliche Zecke). Die Nymphe ist ein Zwitter, aus dem dann entweder eine erwachsene männliche oder weibliche Zecke wird. Auch kleine Zecken können Bakterien übertragen.
  • Sollte die Zecke positiv auf Borrelien und/oder eine andere Infektion getestet werden, so kann Ihnen im Borreliose Centrum Augsburg fachkundig weiter geholfen werden.

Hier können Sie den Laborauftrag für den Zeckentest (inkl. Kurzbeschreibung) zum Ausfüllen undefineddownloaden.

Hier finden Sie eine .pdf-Datei mit Bildern und Beschreibungen zu Zeckenstichen undefineddownloaden.

 

Warum Sie die Zecke untersuchen lassen sollten?

Dass Zecken gefährliche Infektionskrankheiten übertragen können, ist weitgehend bekannt. Meist wird jedoch nur von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) geredet; gegen diese gefährliche Erkrankung gibt es einen wirksamen Impfschutz und sie fällt zahlenmäßig mit lediglich ca. 300 Erkrankungen pro Jahr in Deutschland nicht wirklich ins Gewicht.

Weitgehend unterschätzt werden die Risiken, die von Borrelien und anderen Co-Infektionen im Rahmen eines Zeckenstiches ausgehen können; gegen diese Infektionen gibt es bislang keinen wirksamen Impfschutz und es wird empfohlen, im Falle eines Stichs durch eine infizierte Zecke zeitnah Sofortmaßnahmen zur Vorbeugung (Prophylaxe) durch einen Arzt (i.d.R. spezielle Antibiotika) einzuleiten.

Deutschland, Schweiz und Österreich genauso wie andere Länder in Europa sind Risikogebiete für Borrelien! Etwa 10% bis regional über 50% der Nymphen und Zecken sind bereits mit Borrelien infiziert. Untersuchungen zeigen, dass die Zecken neben den Borrelien auch andere Erreger mit übertragen können.

Nach einer Untersuchung der Landesarbeitsgruppe Borreliose und FSME des Landesgesundheitsamts in Baden-Württemberg liegt die Infektions-Übertragungsrate durch Zecken, die Borrelien enthalten, bereits bei 25%. Aus dem Grund schlägt sie vor (Merkblatt 2 „Antibiotische Prophylaxe nach Zeckenstich – ja oder nein?“), dass  im 1. Schritt eine Zecke, die bei einem Menschen entfernt wird, nach Möglichkeit auf Borrelien untersucht werden sollte.

Neuere Untersuchungen zeigen zugleich, dass das Risiko von Co-Infektionen stark zunimmt. Eine aktuelle Untersuchung von Zecken in Brandenburg (Stand Jan. 2009) zeigte, dass Rickettsien in den Zecken keine Rarität darstellen. Bei dem Holzbock (Ixodes ricinus) wurden bei 13% Borrelien und bei 10% Rickettsia helvetica gefunden. Die relativ neu auftretende und sich schnell verbreitende Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) waren zwar nur zu 6% mit Borrelien aber bis zu 50% mit Rickettsien infiziert.

Durchseuchung der Zecken in der Schweiz (aktuelle Datenlage / Quelle: Vortrag Prof. Sievers, Hochschuke Wädenswil)

  • 25 % Erreger-frei
  • 32 % Borrelien:
    • 16 % Borrelia afzelii
    • 11 % Borrelia garinii
    • 5 % Borrelia sensu stricto

17 % der Borrelien-verseuchten Zecken haben zusätzlich Rickettsien!

  • 1 % Ehrlichien
  • 42 % Rickettsia helvetica !!!
    (verursacht Myalgien, Perikarditis)

Rickettsien haben in der Schweiz sogar eine noch höhere Infektionsrate bei Zecken als Borrelien.

Borrelien und mögliches Übertragungsrisiko

Es ist wichtig, Borrelien-Infektionen frühzeitig zu erkennen. Je frühzeitiger erkannt, desto einfacher sind die Behandlungsmaßnahmen (i.d.R. nur Antibiotika) und desto kürzer ist der „Leidensweg“ der betroffenen Patienten.

Das Hauptrisiko geht von dem sog. Holzbock aus (Lyme-Borreliose durch einen Zeckenstich, bei dem Bakterien übertragen werden), der überall in Europa anzutreffen ist. Aber auch andere Zeckenarten – wie z.B. die sich schnell vermehrende Auwaldzecke - stehen unter Beobachtung.

Selbsthilfegruppen schätzen, dass ca. 500.000 bis 600.000 Menschen in Deutschland bereits chronisch von Borreliose betroffen sind. Jährliche Neuerkrankungen: 50.000 bis 60.000. 

Der Auslöser dieser heimtückischen Infektionskrankheit sind Bakterien namens Borrelien, die durch einen Zeckenstich in die menschliche Blutbahn gelangen. Wird die Borreliose nicht rechtzeitig erkannt, kann die Infektion chronische Gelenkbeschwerden verursachen, aber auch den Herzmuskel schädigen. Eine Impfung ist bislang nicht wirksam. Deshalb ist es besonders wichtig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen.

Bei fast jedem dritten Stich durch eine infizierte Zecke werden Borrelien übertragen! Gleichzeitig können aber auch weitere Erreger übertragen werden (z.B. Rickettsien, Babesien und Ehrlichien).

  • Die wichtigsten Erreger der Borreliose, Borrelia burgdorferi, Borrelia garinii und Borrelia afzelii (3 Borrelienstämme / Spiralbakterien) sind mit dem Syphiliserreger Treponema pallidum eng verwandt.
  • Nach der Infektion verbreitet sich der Erreger in fast alle Organe, darunter auch die Gelenkinnenhaut.
  • Die Krankheit gleicht einem „Chamäleon“ und stellt hohe Anforderungen an Diagnostik und die Therapie.

Während der Generalisierungsphase beginnt das körpereigene Immunsystem den Erreger zu bekämpfen. Antikörper (Abwehrstoffe) werden gebildet und auch die zelluläre Immunantwort (weiße Blutkörperchen) reduziert die Anzahl der Borrelien drastisch. Die Borrelien überleben i.d.R. nur an den Stellen im Körper, die vom Immunsystem schlecht erreicht werden können, wie etwa das Bindegewebe. Dort sind sie auch für Antibiotika schlecht erreichbar. Hier überdauern die Borrelien in geringer Zahl und können in unregelmäßigen Abständen zum Wiederaufflammen von Krankheitssymptomen führen. Diese können Monate bis Jahre nach Infektionsbeginn auftreten.

Werden Borrelien in der Zecke nachgewiesen, so kann nach dem Merkblatt 2 „Antibiotische Prophylaxe nach Zeckenstich – ja oder nein?“ des Landesgesundheitsamts in Baden-Württemberg eine antibiotische Prophylaxe erfolgen. Diese sollte spätestens am zehnten Tag nach dem Zeckenstich begonnen werden. In diesem Merkblatt werden dazu folgende Antibiotika-Präparate empfohlen:

Erwachsene Doxycyclin
Azithromycin
Amoxicillin
2 bis 3x 100 mg tgl. über 10 Tage
2x 250 bis 500 mg tgl. über 3 Tage
3x 750 bis 1.000 mg tgl. über 10 Tage
Kinder Amoxicillin
Azithromycin
3x 250 bis 750 mg tgl. nach Körpergewicht über 10 Tage
Dosiert nach Körpergewicht über 3 Tage
Schwangere Amoxicillin  

Hinweis: Sollten auch Co-Infektionen festgestellt werden, so fragen Sie bitte Ihren Hausarzt, welche Antibiotika dann zur Prophylaxe eingenommen werden sollen.

Hinweise in dem Merkblatt 2 „Antibiotische Prophylaxe nach Zeckenstich – ja oder nein?“ des Landesgesundheitsamts in Baden-Württemberg:

  • In einzelnen Fällen kann die PCR falsch negativ sein. Wenn also trotz negativem Borrelien-Nachweis in der Zecke klinisch Symptome auftreten, die auf Borreliose verdächtig sind, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.
  • Wenn trotz Prophylaxe Symptome einer Borrelien-Infektion auftreten (nach frühestens 5 Tagen Erythema migrans an der Stichstelle oder grippeartige Allgemeinsymptome), so sollte die Therapie auf 20 Tage verlängert werden.
  • Es ist zu empfehlen, drei Monate nach dieser Prophylaxe eine abschließende serologische und klinische Kontrolle vornehmen zu lassen. Ist der Patient zu diesem Zeitpunkt beschwerdefrei und seronegativ, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Ist der Patient noch seropositiv, muss anhand des klinischen Befundes über die Möglichkeit einer nochmaligen Therapie entscheiden werden.

Rickettsien

Bakterien der Gattung Rickettsien finden sich in vielen Zecken sowie in Flöhen, Milben und Läusen als potenziellen Überträgern. Inzwischen wurde eine starke Verbreitung festgestellt, u.a. auch bei Zecken in Deutschland sowie in der Schweiz. Beim Menschen können diese Bakterien diverse Krankheiten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern hervorrufen (Gruppe der Rickettsiosen). Zu ihnen gehören u.a. das Fleckfieber, Rickettsienpocken, Brill-Zinsser-Krankheit, Mittelmeer-Zeckenfleckfieber und das Rocky-Mountains-Fleckfieber.

Das klinische Bild wird geprägt von Fieber, Kopfschmerzen, Benommenheit und einem makulösen Exanthem (kleine rote Flecken).

Die Mehrzahl aller Rickettsien kann mit Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe wirksam bekämpft werden.

Babesien

Babesien sind durch Zecken übertragene Bakterien, die bei Menschen und Tieren eine Babesiose hervorrufen können. Diese Erreger befallen die roten Blutzellen. Durch das Zerplatzen der Erythrozyten entstehen die für Babesiose typischen Symptome: Fieber, Blutarmut und Gelbsucht. Als Krankheitssymptom tritt in akuten Fällen häufig eine kaffeebrauner bis rot gefärbter Harn auf.

Diese Erkrankung ist bei Hunden als Hundemalaria bekannt. Bei Menschen wird sie wegen eines i.d.R. unauffälligen Krankheitsverlaufs selten diagnostiziert. Bei Patienten mit Immundefekten kann sie jedoch ernsthafte Verläufe nehmen.

Ehrlichien

In Deutschland kommen schätzungsweise jährlich etwa 3.000 Neu-Infektionen vor. Die meisten erkannten Erkrankungen verlaufen harmlos, wenige schwer. Die Anzahl der chronischen Erkrankungen ist bislang unbekannt.

Ehrlichiosen gehören zu den neu aufgetretenen Infektionskrankheiten. Wurden sie vormals den Rickettsiosen zugeordnet, hat man diesem Krankheitsbild inzwischen eine Eigenständigkeit zugesprochen. Die Bakterien Ehrlichien können durch Zecken auf Menschen übertragen werden. Die Erkrankung äußert sich in einem fieberhaften, grippeähnlichen Infekt mit Kopfschmerzen. Aber bei schweren Verläufen können auch Myalgien, Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Entzündungen der Hirnhäute entstehen.

Ehrlichiosen können mit Antibiotika behandelt werden.


Bei einem positiven Befund, d.h. wenn die Zecke positiv auf Borrelien oder einen der drei weiteren Erreger positiv getestet wurde, weiß ihr Hausarzt, dass

  1. das Risiko einer Übertragung auf den Mensch (oder Hund) gegeben ist und
  2. was er an Sofortmaßnahmen für Sie als Patienten anordnen sollte.

Weitere Auskünfte gibt Ihnen auch gerne einer der Mitarbeiter des Borreliose Centrum Augsburg.


Zeckenentfernung: Zecken so schnell wie möglich entfernen!

Das Übertragungsrisiko für Infektionen hängt von der Saugdauer ab; z.B. werden die Erreger der Lyme-Borreliose erst nach einigen Stunden abgegeben.
 
Die Zecke sollte mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder -schlinge so nahe wie möglich an der Haut gegriffen und vorsichtig nach hinten herausgezogen werden. Dabei sollte eine Drehbewegung strikt vermieden werden, da unter Umständen der Kopf der Zecke abreißen kann. Selbst wenn der Kopf oder Teile des Stechapparats (wegen der Widerhaken) abreißen sollte, macht dieses im Normalfall nichts aus.

Wichtig: Setzen Sie die Zecke nicht unter „Stress“ – d.h. entfernen sie die Zecke in einem Ruck, quetschen Sie sie nicht und vermeiden Sie die Zugabe von Öl und anderen Mitteln. Unter „Stress“ kann die Zecke evtl. noch ihren Darminhalt mit den Infektionserregern in die Wunde abgeben.
 
Desinfizieren Sie nach dem Entfernen der Zecke die Einstichstelle, um Entzündungen zu vermeiden. Falls Körperteile der Zecke in der Wunde verbleiben, kann es zu lokalen Fremdkörperreaktionen kommen. Bitte lassen Sie die Reste durch einen Arzt vollständig entfernen.


Wie können Sie das Infektionsrisiko minimieren?

  1. Meiden Sie den Lebensraum von Zecken, d.h. Gebiete, wo sich diese überdurchschnittlich häufig aufhalten – wie z.B. Biotope, hohes Gras, dichte Krautzonen, etc.
  2. Die richtige Kleidung hilft: schützen Sie ihre Beine, ziehen Sie die Socken über das Hosenbein. Der Körper sollte bis zu einer Höhe von mindestens 60cm bis zu 150cm Höhe gut abgedichtet sein. Zecken wandern auch über die Kleidung und suchen nach Einlässen zur Haut.
  3. Insektenabweisende Mittel (z.B. Zecken-Fey): Zecken gehen nach dem Geruch; deshalb können Insektenabweisende Mittel eine Zeitlang gut schützen. Das Mittel nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Kleidung aufsprühen.
  4. Absuchen: Nach einem Aufenthalt in der Natur bitte den ganzen Körper nach Zecken abzusuchen - insbesondere die Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals und die Haare auf dem Kopf. Dies gilt bei Erwachsenen – Kinder sind entsprechend von Erwachsenen zu unterstützen! Festgesaugte Zecken sind sofort zu entfernen (siehe vorstehend). Vorsicht: Zecken können auch durch Haus- und Waldtiere übertragen werden – Haustiere sind daher auch nach Zecken zu untersuchen.
  5. Vorbeugen durch Impfung: Diese gibt es bislang jedoch nur für FSME.

Es ist wichtig, Borrelien-Infektionen frühzeitig zu erkennen. Je frühzeitiger erkannt, desto einfacher sind die Behandlungsmaßnahmen (i.d.R. nur Antibiotika) und desto kürzer ist der „Leidensweg“ der betroffenen Patienten.

In dem Buch „Krank nach Zeckenstich – Borreliose erkennen und wirksam behandeln“ von Dr. Petra Hopf-Seidel (ISBN 978-3-426-87392-2) werden u.a. folgende Maßnahmen nach einem Zeckenstich empfohlen:

  1. Feststellung, ob es sich bei der Zecke um eine Larve, Nymphe oder eine erwachsene Zecke handelt
  2. Wenn möglich ein digitales Foto von der Infektionsstelle machen (zur Dokumentation)
  3. Vorsichtiges Entfernen der Zecke (z.B. mit einer Zeckenschlinge)
  4. Veranlassung einer PCR-Untersuchung der vollgesogenen Zecke auf Borrelien (Zeckentest). Eine Co-Infektion der Zecke mit FSME-Viren und Ehrlichien / Anaplasmen sollte mit überprüft werden. Nach drei Tagen sollte das Ergebnis der Untersuchung vorliegen.
  5. Bei positivem PCR-Ergebnis sollte ein Arzt aufgesucht werden. Fr. Dr. Hopf-Seidel empfiehlt in solchen Fällen eine sofortige Antibiotika-Einnahme.
  6. Der Patient sollte ein Tagebuch führen und auftretende körperliche Veränderungen sowie Beschwerden dokumentieren.
  7. Der behandelnde Arzt sollte ab dem 10. Tag nach dem Zeckenstich einen Borrelien-LTT veranlassen und hierfür Blut abnehmen. Ist das LTT-Ergebnis positiv, so sollte der Zeckenstich über einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen antibiotisch behandelt werden.
  8. Zugleich sollte als Hinweis auf eine beginnende Abwehrreaktion des Organismus überprüft werden, ob eine Zykotinaktivierung (TNF-alpha, INF gamma, IL 10) im Blut vorliegt.
  9. Sicherheitshalber sollte 4-6 Wochen nach dem Zeckenstich nochmals eine serologische Untersuchung durchgeführt werden (Antikörpertiter und Immunoblot).

Bei neurologischen oder psychisch-kognitiven Störungen empfiehlt Fr. Dr. Hopf-Seidel eine Nervenwasserentnahme (Liquorpunktion) sowie bei zentralnervösen Symptomen sogar eine Kernspin-Untersuchung mit Kontrastmittel von Schädel, Halswirbelsäule und Brustwirbelsäule, um rechtzeitig entzündliche Borrelienherd-Befunde und Reizungen der Hirnhäute erkennen zu können.

So können Sie eine Borreliose feststellen – anhand der Symptome und Beschwerden nach den 3 Stadien, in denen diese Erkrankung typischerweise verläuft (Zeitangaben nach Zeckenstich):

  1. Stadium I (nach Tagen bis Wochen):
    „Wanderröte“ („Erythema chronicum migrans“, nur in 40 - 70% der Fälle), Borrelien-Lymphozytom, Kopfschmerz, Fieber, Schweißausbrüche, „Sommergrippe“ (ca. 20% der Fälle), Erschöpfungszustände, Gesichtsnervenlähmung (insbesondere bei Kindern/Schulkindern).

  2. Stadium II (nach Wochen bis Monaten):
    Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten, Rückenmark, sämtlicher Nerven im gesamten Körper, Gelenkentzündungen („Arthritis“), Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündungen von Augen, Leber und Nieren, Herzmuskelentzündung, Herzbeutelentzündung, Herzrhythmusstörungen.
  3. Stadium III (nach Monaten bis Jahren):
    Zigaretten-papierartige Hautverdünnung am Handrücken („Acrodermatitis chronica atrophicans“), Borrelien-Lymphozytom (Ohr, Nase, Hodensack), Antriebsarmut, Sensibilitätsstörungen, Bewusstseinstrübungen, Muskelentzündungen, Gelenkentzündungen und -Schwellungen, Sehnen-Entzündungen, Schleimbeutel-Entzündungen, Blutgefäss-Entzündungen, Herzmuskelerkrankungen, Depression.

Im Gegensatz zu einer klassischen organischen Erkrankung treten die Krankheitssymptome bei Borreliose in Schüben mit wechselnder Intensität und Lokalität auf. Viele Patienten haben während ihrer Schübe auch leichtes Fieber. Co-Infektionen mit anderen Bakterien und Viren nehmen seit Jahren stark zu und führen zu komplizierenden Krankheitsverläufen. Oft wird der Zeckenstich nicht frühzeitig erkannt oder die Akutbehandlung durch den Hausarzt ist nicht ausreichend. Die dann chronisch an Borreliose Erkrankten durchleben ein wahres „Martyrium“, denn neben den tatsächlichen körperlichen und mentalen Beschwerden leiden sie daran, dass sie keine zuverlässige Diagnose erhalten oder ihre Erkrankung nicht ernst genommen wird.
Es gibt drei Hauptgründe, warum eine Borreliose-Infektion zunächst in der Praxis nicht erkannt wird und deshalb eine frühzeitige Behandlung unterbleibt:

  1. Es tritt keine Wanderröte („Erythema chronicum migrans“) auf! Auswertungen belegen, dass dieses klassische auf eine Borreliose hinweisende Symptom jedoch nur bei 40% bis max. 70% der Fälle auftritt.
  2. Es wurde kein Zeckenbiss festgestellt! Ein solcher Biss kann bereits durch sehr kleine Zecken verursacht werden (Larven). Oder er wurde nicht erkannt, weil keine spezifische Hautreaktion auftrat. Zudem geht die Literatur inzwischen davon aus, dass die Borrelien auch durch infizierte Insekten übertragen werden können.
  3. Es wurden nur konventionelle Blutuntersuchungen durchgeführt. Diese waren entweder verfrüht (erst nach bis zu 6 Wochen nach dem Zeckenbiss reagiert der Antikörpertests positiv), es fand überhaupt keine Antikörperproduktion im Körper statt oder es wurde die zelluläre Ebene gar nicht bzw. nicht ausreichend mit abgetestet (notwendig sind: Elispot®-LTT + CD3-/CD57+Zellen).

Es geht nicht nur um Borreliose: Co-Infektionen mit anderen Bakterien (Ehrlichien, Babesien, Bartonellen, Rickettsien, Chlamydien und Mykoplasmen) und Viren werden zunehmend häufiger und führen zu komplizierten Krankheitsverläufen.

Deshalb: Lassen Sie im 1. Schritt nach einem Zeckenstich die Zecke selbst untersuchen! Sollte sich ein negativer Befund ergeben, so brauchen Sie sich keine großen Sorgen machen. Bei einem positiven Befund wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Hausarzt.

Hier können Sie den Laborauftrag für den Zeckentest (inkl. Kurzbeschreibung) zum Ausfüllen undefineddownloaden.